Bilder einer schützenswerten Landschaft

Orchidee

 

 

Eggstätt-Hemhofer Seenplatte aus der LuftMit rund 1.000 Hektar ist die Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte das größte Naturschutzgebiet des Landkreises Rosenheims. Gleichzeitig ist es auch das Älteste. Die Übergangsmoore der Seenplatte gehören zu den ökologisch bedeutendsten Kostbarkeiten des Voralpengebietes. Dazwischen finden sich Übergänge von Nieder- und Hochmoorvegetationen mit Pflanzengesellschaften, die als Relikte der Eiszeit äußerst seltene Exemplare aufweisen. Diese Moore haben sich im Laufe von rund 10.000 Jahren gebildet.

Der Ursprung der Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte liegt an der Nahtstelle des Chiemsee- und Inntalgletschers. Während des Hauptvorstoßes der Gletscher setzten sich hier Eisblöcke ab, die später durch Schmelzwasserablagerungen überschüttet wurden.

 

Beim Abschmelzen dieser sogenannten Toteisblöcke entstanden Einsenkungen, die vom Grundwasser gefüllt wurden. Diese bilden, soweit sie nicht vermoort sind, die Seenplatte, deren ökologische Grenzen vom Wasserhaushalt bestimmt werden. Die seitlichen Moränenhügel sind länglich geformt und waren ursprünglich vorwiegend von Tannen- und Buchenwälder bedeckt.

Bitte nur "vorsichtig berühren"!

Steg mit Schilf 

Die klaren Seen im Naturschutzgebiet sind wegen ihrer extremen Nährstoffarmut überaus empfindlich gegen jegliche Veränderung, da sie eine sehr geringe Frischwasserzufuhr aufweisen. Ein ganz besonderes Kleinod der Chiemgauer Seenplatte sind die ausgedehnten Seerosenfelder.

 

Schützenswert sind auch die Uferbereiche, die man außerhalb der Wege nicht betreten sollte, um den intakten Bewuchs zu erhalten. In den Schilfgürteln leben zahlreiche Amphibien, Insekten und Vögel, die auf Störungen sehr empfindlich reagieren. Diese, teils seltenen Tiere, sind auch Indikatoren für die ausgezeichnete Wasserqualität im Naturschutzgebiet.

 

Die zunehmenden Gefahren für das Naturschutzgebiet haben aber auch die Anstrengungen zu seiner Erhaltung verstärkt. So wurden mit den Fischereiberechtigten bereits frühzeitig Einschränkungen vereinbart. Einzelne Gebiete wurden sogar mit einem absoluten Betretungsverbot versehen. Auf den Seen gilt darüber hinaus ein generelles Bootsfahrverbot.

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