drucken nach oben

Aufruf zum Schutz der Eggstätter Kiebitze

Schutzgebiet Kiebitz

Eggstätt ist umgeben von vielen intakten Mooren und Feuchtgebieten. Das macht Eggstätt zu einem beliebten Brutgebiet für viele Wiesen- und Feldbrüter. Braunkehlchen, Feldlerche, Großer Brachvogel und der Kiebitz kommen jedes Jahr aus den Winterquartieren zurück, um bei uns zu brüten.

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Feldern und Wiesen in Bayern häufig anzutreffen war. Sein Bestand ist in den vergangenen 20 Jahren  um 90% zurückgegangen. Während er in Bayern als stark gefährdet eingestuft wird, ist er im Landkreis Rosenheim vom Aussterben bedroht.

Seit einigen Jahren unterstützt die Regierung von Oberbayern als höhere Naturschutzbehörde die Artenschutzbemühungen rund um die Bodenbrüter mit Förderungen für die Landwirtschaft. Seit 2019 gibt es das BayernNetzNatur-Projekt „Netzwerke für den Kiebitz“ auch für den Landkreis Rosenheim. Da Kiebitze sehr ortstreu sind, kehren sie auch über Jahrzehnte immer wieder an den Ort ihrer Herkunft zurück. Kiebitze können über 20 Jahre alt werden. Die ca. 30 Eggstätter Kiebitze, erscheinen seit Jahrzehnten je nach Wetterlage Ende Februar bis Anfang März. Der Kiebitz ernährt sich von Würmern, Schnakenlarven und Käfern und baut sein Nest auf dem Boden von Äckern und extensiv genutzten Grünflächen. Die jungen Kiebitze müssen als Nestflüchter, ab dem ersten Tag selber ihre Nahrung suchen und werden daher von den Elterntieren an feuchte Stellen geführt, um dort mit ihren Schnäbelchen nach Nahrung stochern zu können. Während die Altvögel bei Gefahr wegfliegen können, ducken sich die jungen Küken und sind so oft eine leichte Beute für viele Fressfeinde. Flugfähig werden sie erst mit ca. 4 bis 5 Wochen.

Zum Schutz der Gelege in der frühen Bewirtschaftungsphase, arbeiten die Kiebitzbetreuer mit den Landwirten erfolgreich zusammen. Eine Bedrohung für die Bodenbrüter stellt jedoch der steigende Druck mit freilaufenden Hunden und nächtlich stromernden Katzen auf den sensiblen Flächen dar. Wiesen- und Feldvögel deren Bruten am Boden stattfinden, sind sehr störungsempfindlich und haben eine Annäherungstoleranz von ca. 200 Metern. Das Eggstätter Bodenbrüterschutzgebiet wird mit Schildern während der Brutperiode ausgewiesen und zeigt in welchen Bereichen um Rücksichtnahme gebeten wird. 

Wir, als Gemeinde unterstützen die Schutzbemühungen und rufen daher auf:

 

In der Zeit vom 1. März bis 31. August

in den ausgewiesenen Bodenbrüterschutzgebieten Rücksicht zu nehmen. Die Hinweistafeln zu respektieren, das heißt Ruhe zu bewahren, sich nur auf befestigten Wegen zu bewegen, Graswege, Felder, Äcker, Entwässerungsgräben, Feuchtflächen und Feldraine nicht zu betreten und Hunde an einer kurzen Leine zu führen. Katzen in dieser Zeit mit einem Glöckchen auszustatten und den Freigang bei Dunkelheit einzuschränken.

Wir danken für Ihre Rücksichtnahme!