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Bügerbus Chiemsee sucht Fahrer/-innen

Bürgerbus

Bürgerbus in Corona-Zeiten: Weitere Fahrer werden gebraucht

Der „Bürgerbus Chiemsee“ ist ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV im nordwestlichen Chiemgau. Das zeigte der Neubeginn des Fahrbetriebs der ausschließlich mit ehrenamtlichen Fahrern funktionierenden Linie nach einer Corona-Zwangspause am 1. Juni. Ab 23. März stand der Bürgerbus still, denn die Bedrohung durch die Corona-Pandemie betraf das Chiemseeagenda-Projekt für mehr Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln besonders stark. Die meisten der das Projekt tragenden ehrenamtlichen Fahrer gehören der Risikogruppe für einen schweren Verlauf von Covid-19 an: Sie sind über 65 Jahre und einige haben zudem schwerere Vorerkrankungen.

Erst nach dem Abflauen des Infektionsgeschehens und der Entwicklung von Hygienekonzepten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens konnte der Fahrbetrieb des „Bürgerbus Chiemsee“ wieder starten, vor allem die Einführung der Maskenpflicht für die Fahrgäste im ÖPNV ermöglichte den Einstieg. Außerdem wird im Bürgerbus der Beifahrersitz freigelassen und die drei Sitzreihen werden möglichst nur mit jeweils zwei Personen belegt, obwohl im ÖPNV sonst bei Bus und Bahn aufgrund der Maskenpflicht das Abstandsgebot nicht zwingend eingehalten werden müsste. So wird das Ansteckungsrisiko noch weiter verringert. Allerdings wird gegenwärtig nur im „Wintermodus“ mit den Fahrttagen Montag, Mittwoch, Freitag gefahren, nicht wie sonst von April bis Oktober täglich von Montag bis Freitag. Denn es sind nicht 27 Fahrer/innen im Einsatz wie in Vor-Corona-Zeiten, sondern nur 16. Die anderen wollen wegen der Pandemie ihr Ehrenamt vorerst ruhen lassen und so ist die Fünf-Tage-Woche nicht zu bewältigen. Bis zum eigentlichen Beginn des Winterfahrplans (1. November bis 31. März) bleibt es daher auch bei der reduzierten Bedienung der Linie.

Dass der Bedarf für den Beitrag des „Bürgerbus Chiemsee“ zur Mobilität der Bevölkerung in der Region vorhanden ist, beweisen die stabilen Fahrgastzahlen. Während bei anderen Buslinien die Fahrgastzahlen bis zu 80 Prozent zurückgegangen waren, waren es beim Bürgerbus im Juni gleich wieder durchschnittlich 23 Fahrgäste je Einsatztag. Das war kein großer Unterschied zum Juni 2019 mit 27 Fahrgästen und erst recht nicht zur Durchschnittszahl von 25 im Gesamtjahr 2019, wie von Hans Zagler zu erfahren ist, in der RoVG, der Verkehrsgesellschaft von Landkreis und Stadt Rosenheim, für den Bürgerbus zuständig.

Nun erst recht: Weitere engagierte Fahrerinnen und Fahrer gesucht

Der „Bürgerbus Chiemsee“ verbindet seit über 15 Jahren Haltestellen in den zehn Gemeinden Amerang, Pittenhart, Obing, Eggstätt, Bad Endorf, Rimsting, Prien, Breitbrunn, Gstadt und Seeon-Seebruck, ausschließlich mit ehrenamtlichen Fahrern aber als öffentliche Linie, mit eigener Linienkonzession des RVO und eigener Liniennummer 9480. Die Corona- Situation zeigt eindrücklich, dass nicht jeder Fahrer jederzeit zur Verfügung stehen kann. Deswegen ist die RoVG immer auf der Suche nach – gerne auch jüngeren - engagierten Bürgern, die sich an der schönen und verantwortungsvollen ehrenamtlichen Aufgabe beteiligen wollen, jenen Bürgern ein Stück Mobilität zu erhalten, denen aus den verschiedensten Gründen nicht ständig ein eigener Pkw zur Verfügung steht. Jeder der glaubt, das könnte das Richtige für ihn sein, sollte sich bei der RoVG, Hans Zagler, unter der Telefonnummer 08031-3921400 oder per Mail unter johann.zagler@lra-rosenheim.de melden.

 

(Pressemitteilung und Foto: Inge Graichen)